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Mai
22
Mi
Mittwochnachmittag
Mai 22 um 15:00 – 17:00

Gedankengänge und Lebenswege – Theologie und Kirche in Biographien

In den gegenwärtig politisch turbulenten Zeiten tut es gut, an eine Frau zu erinnern, die während der Weltwirtschaftskrise 1929 nicht den Kopf verlor. Dorothy Day (1897-1980) stand in jenen Tagen für ein solidarisches Miteinander ein. Sie gehörte dem Milieu der New Yorker Bohème an und wurde zur gläubigen Katholikin, prominenten Sozialaktivistin. In ihrer US-amerikanischen Heimat ist sie – bis heute – eine Ikone des sozialen Gewissens. Als Mitbegründerin und Herausgeberin der Zeitung „The Catholic Worker“ teilte sie ihr Leben mit Obdachlosen und litt zugleich an einer Kirche, die sie mehr als mächtige Institution denn als geschwisterliche Gemeinschaft in der Nachfolge Jesu erlebte. So stellte sie nach dem Zweiten Weltkrieg den American Way of Life infrage und kam in Konflikt mit Kirche und Staat. Ihr modernes Verständnis von Heiligkeit entdeckt die Lebendigkeit der Kirche mitten im Alltag. Die Referentin schöpft aus ihrer umfangreichen Forschung, deren Ertrag sie für in der 2022 erschienene Biographie über Dorothy veröffentlicht hat.

Dr. Monika Bauer (*1953) ist Pädagogin und Theologin. Sie unterrichtete von der Spielgruppe bis zur Seniorinnenrunde auf allen Stufen und war Dozentin an der Pädagogischen Hochschule Zürich. Weil ihr Erkenntnisort die Grenze ist (Paul Tillich), hat sie sowohl als Geburtsvorbereiterin als auch als Sterbebegleiterin gearbeitet. Gegenwärtig ist sie in der Pfarrei in der Freiwilligenarbeit engagiert.