31. Oktober 2026 um 17 Uhr im Gemeindesaal: Vortrag von Prof. Dr. Klaus Wengst
„Paulus oder: Warum sich Christenmenschen Judenmission verboten sein lassen.“
Als Abschluss eines Gemeindeseminars stellt Prof. Klaus Wengst in einem öffentlichen Vortrag eine der ihm wichtigen Schlussfolgerungen aus seiner jahrzehntelangen Beschäftigung mit Paulus vor. „Das zentrale Thema des Paulus vor und nach seiner Berufung ist das Verhältnis von Israel und den Völkern“, erläutert der Neutestamentler. Auch als Botschafter des Messias Jesu für die Völker hält er an der Besonderheit Israels als des von Gott erwählten Volkes fest. Zugleich hat er dabei den starken Wunsch, dass alle seine Landsleute so wie er ihr Vertrauen auf den Messias Jesus setzen möchten. Das gilt vielen heute als eine Berechtigung für Judenmission. An diesem Punkt zieht Wengst eine andere Schlussfolgerung, der in seinem Vortrag zur Diskussion stellen wird.
Musik mit Jörn Lindemann (Tenor), Ulrike Hecker (Flöte) und Claus-Eduard Hecker (Klavier). Moderation: Werner Busch
Ein außergewöhnliches Konzerterlebnis findet am Sonntag, 1. November 2026, um 17 Uhr in der Braunschweiger Katharinenkirche am Hagenmarkt. Unter dem Titel „Projekt Exodus“ kommen zwei bedeutende Barockwerke zur Aufführung: Georg Friedrich Händels Händel (1685-1759) Oratorium „Israel in Egypt“ und die Kantate „Das befreite Israel“ von Georg Philipp Telemann. Unter der Leitung von Christine Strubel musizieren die Kantorei St. Katharinen, das renommierte Barockorchester Concerto Ispirato sowie die Solisten Veronika Schäfer (Sopran), Yuedong Guan (Tenor) und Leon-Maurice Teichert (Bass). Tickets sind im Vorverkauf unter www.ticketino.de und bei Musikalienbartels (Wilhelmstraße) und am Konzerttag ab 16 Uhr an der Abendkasse ab 16 Uhr erhältlich. Im Anschluss an das Konzert sind alle Besucher noch zu einem Umtrunk hinter die Orgel eingeladen.
Neues Sicht- und Hörerlebnis Erstmals wird in der Kirche ein neues Raumkonzept erprobt. Durch eine veränderte Position des Chorpodestes und eine neue Anordnung der Kirchenbänke entsteht ein neues Klang- und Seherlebnis. Am Montag, 26. Oktober 2026, um 19:45 Uhr lädt die Kantorei zu einer öffentlichen Werkstattprobe mit anschließendem Umtrunk in die Kirche ein. Interessierte sind willkommen, der Eintritt ist frei.
Historischer Bezug zu Braunschweig Der Text zu Telemanns Kantate stammt aus der Feder des Braunschweiger Poetik-Professors Justus Friedrich Wilhelm Zachariä (1726–1777). Der bekannte Dichter lehrte ab 1761 am nahegelegenen Collegium Carolinum und wohnte unweit zur Katharinenkirche.
Kupferstich von Friedrich Kauke aus dem Jahre 1759; Bild: public domain „Rettinghaus“ bei Wikipedia
Ausblick Neben diesem Konzertprogramm wird das vielfach (s.u.) geförderte „Projekt Exodus“ an St. Katharinen mit folgenden Veranstaltungen thematisch ergänzt und fortgesetzt:
Foto: Kantorei St. Katharinen, Johanna Mühe
Montag, 26. Oktober 2026 um 19:45 Uhr: Werkstattprobe in der Kirche, offen für Interessierte
Mittwoch, 28. Oktober 2026, 15:00 Uhr (Gemeindesaal): Vortrag von Pfarrer Werner Busch: „Monotheismus – Gefahr oder Glück für die Menschheit?“ (Theologische Antworten auf Kritiker wie Sigmund Freud). Reihe: „Mittwochnachmittag an St. Katharinen“.
3. / 10. / 24. November 2026, jeweils 18:30 Uhr (Gemeindesaal): Dreiteilige Lehr-Abende mit der jüdischen Theologin Karen Engel (Berlin) in Kooperation mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit über die biblische Exodusgeschichte mit Bezug zu Händels Oratorium „Israel in Egypt“.
Das Projekt Exodus an St. Katharinen wird gefördert durch:
· Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz
· Die Braunschweigische Stiftung
· Stiftung Musik-Kultur Braunschweig
· Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit
· Freundeskreis zur Förderung der Kirchenmusik an St. Katharinen
Im Anschluss an die Predigtreihe „Josef und seine Brüder“ und im Rahmen von „Projekt Exodus“
Der Auszug der Kinder Israel aus Ägypten hat eine lange Vorgeschichte. „Tief ist der Brunnen der Vergangenheit“, beginnt Thomas Mann seinen Roman über „Josef und seine Brüder“, und das gilt auch für die Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei. Deshalb haben wir dem „Projekt Exodus“ die großen Geschichten von Josef vorangestellt (1. Mose 37-50).
Di., 6. Oktober: Yosef der Hebräer. Die Geschichte erzählt von den Mühen der Ebene und dem Weg einer Wandlung: Vom Opfer zum Berater, von Intrigen und Missbrauch zur prophetischen Traum-Interpretation
Di., 27. Oktober: Yosef der Ägypter. Befreit und gefordert. Wie Yosef auf dem Höhepunkt seiner Karriere seine Herkunftsfamilie wiederentdeckt, mit dem Tod seines Vaters umgeht und seine eigene Bestattung plant. Ein Mensch, der in die Fremde geht und seine Wurzeln (wieder)findet.
Wir freuen uns auf weitere Lehr-Abende mit Rabbinerin Karen Engel, die im November zur Exodus-Geschichte bei uns stattfinden werden:
3. November 2026 10. November 2026 17. November 2026
Drei Lehrabende im November 2026 – in Kooperation mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit
Händels „Israel in Ägypten konzentriert sich fast ausschließlich auf göttliche Macht und kriegerischen Sieg, – Gott als „Kriegsmann“, der „glorreich triumphiert“. In der jüdischen Interpretation derselben Geschichte aber dominieren andere Themen: Die Befreiung und die damit verbundenen ethischen Verpflichtungen. In drei Abende des Textstudiums und der Diskussion werden wir Händels „Israel in Ägypten“ durch eine jüdische Linse betrachten. Wir werden die Bedeutung und Funktion der Seuchen analysieren, die Rolle des Exodus in der jüdischen Liturgie betrachten, und wir werden diskutieren, wie Händels Interpretation des Exodus sich erheblich von der jüdischen Nacherzählung der Geschichte im Pesach-Seder unterscheidet.
Dienstag, 3. November 2026 um 18.30 Uhr Einer der erfolgreichsten künstlerischen Darstellungen der biblischen Plagen findet man Händels Oratorium Israel in Egypt. Jede der über Ägypten hereinbrechenden Seuchen ist mit einer spielerischen, musikalischen Darstellung bedacht, fast lautmalerisch. Neben künstlerischen Fragen stellen sich auch theologische. Sind die Plagen eine Demonstration von Gottes Macht? Sind sie eine Strafe für die Hartherzigkeit Pharaohs, der die Israeliten immer stärker unterdrückt, anstatt sie ziehen zu lassen? Oder dienen die Plagen tatsächlich dazu, den Israeliten eine Botschaft zu senden? Die Rabbiner haben die Plagen im Laufe der Jahrhunderte auf unterschiedliche Weise verstanden, einige davon werden wir an diesem Abend kennenlernen.
10. November 2026 um 18.30 Uhr Der Exodus ist wohl das zentrale historische Ereignis der jüdischen Liturgie. Er erscheint im täglichen, wöchentlichen und jährlichen Gebet und dient als theologische Grundlage für jüdische Ethik, für Feiertage und Philosophie. An jedem Schabbat und allen jüdischen Festen wird der Auszug aus Ägypten erwähnt und ist der Hauptfokus des Feiertags Pesach. Warum spielt der Exodus eine so wichtige Rolle in der jüdischen Theologie? Welche ethischen Auswirkungen hat das?
24. November 2026 um 18.30 Uhr Obwohl Händels Libretto fast ausschließlich auf biblischen Texten basiert, unterscheidet sich seine Interpretation des Auszugs aus Ägypten erheblich vom jüdischen Verständnis des Exodus. Insbesondere in der liturgischen Nacherzählung der Geschichte in der Pesach-Haggada, werden andere Akzente gesetzt. Die wichtigsten Unterschiede drehen sich um die Rolle Moses und das Schicksal der Ägypter. Nehmen die Zuhörer eine passive oder eine aktive Rolle ein? Was bedeutet die Nacherzählung für Fragen der (jüdischen) Identität und welches Verständnis von Verantwortung kommt zum Tragen?
Rabbinerin Karen Engel, Foto (c) privat
Rabbinerin Karen Engel wurde im Mai 2024 vom Zacharias Frankel College ordiniert und erhielt ihren Master in Jüdischer Theologie von der Universität Potsdam. Vor dem Rabbinatsstudium war sie an vielen Kultur-, Bildungs- und Medienprojekten in Österreich und Europa beteiligt, u.a. war sie Mitbegründerin und Leiterin eines jüdischen Kulturzentrums und einer jüdischen Bildungsorganisation in Graz, Österreich. Sie arbeitete auch viele Jahren als Radioreporterin für den ORF, die Deutsche Welle, das National Public Radio (USA) und andere Medien. Sie hat auch einen B.A. in Geschichte und Internationalen Beziehungen sowie einen Master im Rundfunkjournalismus. Rabbinerin Engel ist Mutter zweier Töchter. Seit 2024 organisiert sie die egalitären Gottesdienste für die Fraenkelufer Synagoge in Berlin und ist in mehreren Bildungsprojekten tätig.
Das Projekt Exodus wird gefördert durch:
Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz
Die Braunschweigische Stiftung
Stiftung Musik-Kultur Braunschweig
Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit
Freundeskreis zur Förderung der Kirchenmusik an St. Katharinen
„Paulus oder: Warum sich Christenmenschen Judenmission verboten sein lassen müssen“. Vortrag von Prof. Dr. Klaus Wengst. Musik mit Jörn Lindemann (Tenor), Ulrike Hecker (Flöte) und Claus-Eduard Hecker (Klavier). Moderation: Werner Busch Anschließend Empfang mit Wein, Wasser und Häppchen
Israel in Ägypten Oratorium von Georg Friedrich Händel Kantorei St. Katharinen, Solisten und Orchester unter der Leitung von Christine Strubel nähere Informationen folgen Kartenverkauf über tiketino, Musikalien-Bartels, Braunschweig, Abendkasse
Sie haben Kenntnisse im Posaunen- oder Trompetenspiel und haben Interesse, bei uns einzusteigen? Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf! Gemeindebüro St. Katharinen, 0531 44 66 9, katharinen.bs.buero@lk-bs.de
Sie haben Kenntnisse im Posaunen- oder Trompetenspiel und haben Interesse, bei uns einzusteigen? Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf! Gemeindebüro St. Katharinen, 0531 44 66 9, katharinen.bs.buero@lk-bs.de