Vortrag über Ernesto Cardenal

Mittwoch, 23. September 2026 um 15 Uhr

Dr. Karl Friedrich Ulrichs, (c) Foto: privat

Vor fünfzig Jahren erschien „Das Evangelium der Bauern von Solentiname“ in deutscher Übersetzung. Mit seinen Bibelgespräche im Gottesdienst der Basisgemeinde in Solentiname (Nicaragua) hat der Dichter und Priester Ernesto Cardenal die Bäuer:innen und Fischer:innen des Archipels Solentiname im Großen Nicaragua-See empowert, ihre Armut, ihr Leiden an Ungerechtigkeit, aber auch ihre Hoffnungen in den Geschichten des Neuen Testaments zu entdecken. Diese Gespräche haben in ihrer Bearbeitung durch Cardenal viele Christ:innen in Europa begeistert, ihnen die biblischen Texte neu erschlossen und sie zu Solidarität und Engagement befähigt.

Der Vortrag wird in das spannende Leben und vielfältige Werk des Dichters, Priesters und Revolutionärs Ernesto Cardenal einführen. Viele seiner Gedanken sind uns heute in veränderter Weltlage wohl fremd oder anstößig, manches aber auch wieder neu aufregend – etwa wenn wir danach fragen, wie wir heute miteinander über biblische Texte reden können.

Unser Gast, Oberkirchenrat Dr. Karl Friedrich Ulrichs, hat als Jugendlicher und Student die Texte von Ernesto Cardenal mit Begeisterung gelesen; er ist heute Referent für Gottesdienst und Kirchenmusik bei der EKD und beschäftigt sich neu mit Ernesto Cardenal, insbesondere mit dessen Bibelgesprächen in der Basisgemeinde „Nuestra Señora de Solentiname“ auf Mancarrón und zum daraus entstandenen „Evangelium der Bauern von Solentiname“. Er ist evangelischer Pfarrer – zuletzt in der Hugenottengemeinde am Berliner Gendarmenmarkt – und war am Predigerseminar Wittenberg tätig.

In der kirchlich und musikalisch gerahmten Veranstaltung werden Kaffee und Kuchen gereicht, der Eintritt ist frei.

Projekt Exodus – eine Werkeinführung

Montag, 21. September 2026 um 19.30 Uhr

Dr. Annette Landgraf

In einer offenen Probe der Kantorei St. Katharinen wird am Montag, 21. September 2026, ab 19.30 Uhr im Gemeindehaus am Braunschweiger Hagenmarkt eine Werkseinführung zum Oratorium „Israel in Ägypten“ von Georg Friedrich Händel zu erleben sein. Die Hallenser Musikwissenschaftlerin der Universität Halle-Wittenberg Dr. Annette Landgraf, zugleich Wissenschaftliche Sekretärin der Händel-Gesellschaft, wird anhand von Hörbeispielen und in Zusammenarbeit mit der Katharinen-Kantorei in das Werk einführen. Während der viktorianischen Epoche Großbritanniens als früh industrialisierter Kolonialmacht wurden Händels Oratorien als monumentale Massenevents aufgeführt, bei denen „Israel in Ägypten“ zeitweise als das bedeutendste und beliebteste Oratorium galt, noch vor dem „Messias“ desselben Komponisten. Inzwischen ist das Werk selten zu hören, demnächst am 1.11.2026 um 17 Uhr in der Katharinenkirche (Vorverkauf bei www.ticketino.de).

„Schafft Recht dem Armen …“

6. September 2026: Bibelsonntag mit Landesbischöfin Dr. Bammel

Die Braunschweiger Bibelgesellschaft e.V. lädt zu einem musikalischen Festgottesdienst mit Landesbischöfin Dr. Christina-Maria Bammel ein, Beginn um 10.30 Uhr in der Katharinenkirche am Braunschweiger Hagenmarkt.

Unter dem Titel „Schafft Recht dem Armen und der Waise, helft dem Elenden und Bedürftigen.“ werden die Landesbischöfin sowie Mitglieder der Kantorei St. Katharinen unter der Leitung von Christine Strubel und der Posaunenchor der Gemeinde unter der Leitung von Felix Rohlfs zusammen mit Propsteikantor Hanno Schiefner (Orgel) und Pfarrer Werner Busch (Liturgie) den „Bibelsonntag“ der Bibelgesellschaft gestalten. Dr. Bammel wird über die „politische Kraft der Bibel“ sprechen. Im Anschluss an den Gottesdienst lädt die Bibelgesellschaft zu einem Empfang hinter der Orgel mit Häppchen und Getränken ein. Interessierte sind willkommen, der Eintritt ist frei.

Landesbischöfin Dr. Bammel zum Thema Ihrer Predigt:

Psalm 82 ist einer der unbekannteren Texte der Bibel. Dabei formuliert er einen Auftrag, der bis heute nichts von seiner Dringlichkeit verloren hat: „Schafft Recht dem Armen und der Waisen und helft dem Elenden und Bedürftigen zum Recht.“ Dabei geht es um mehr als um die Linderung von Not. Vielmehr kommt es darauf an, gewaltvolle Systeme sichtbar zu machen und Unrecht zu entlarven. Angesichts der zahllosen sozialen Spannungen gehört es zum Auftrag einer diakonischen Kirche, sich nicht nur neben, sondern auch vor Schutzsuchende zu stellen. Das ist auch der Geist des Evangeliums. Darin liegt politische Kraft.

Mit Dietrich Bonhoeffer nach Gott fragen.

Den Glauben lernt man am besten kennen, wenn man anderen dabei zuschaut, wie sie in ihrem Glauben Fragen stellen. Dietrich Bonhoeffer hat einige Fragen gestellt, sie waren Teil seines Glaubens, seiner Theologie. „Wer bin ich?“ „Sind wir noch brauchbar?“ u.a. Keine Vorträge mehr wie im Juni 2026 („120 Jahre Dietrich Bonhoeffer“). Jetzt ist Gespräch dran.

Ein Glaubenskurs.

Die Teilnahme erfordert KEINE besonderen Vorkenntnisse. Interesse genügt.

Methoden:

Nach einer Phase des Ankommens erhalten Sie einen Input zum Thema des Abends. Wir lassen uns von Bonhoeffer anregen, verharren aber nicht bei ihm, sondern gehen in unsere Gegenwart. Je nach Gruppengröße wird es nach dem Input Kleingruppen geben, in denen wir uns über das Thema des Abends austauschen. Diese Gesprächsphase soll die Gelegenheit geben, über eigene Gedanken und Erfahrungen miteinander ins Gespräch zu kommen. Es geht dabei nicht um die allgemeine Richtigkeit von Antworten, sondern um unsere Fragen, die uns auf unserer Suche nach Sinn, Orientierung und Halt als Kompass dienen. Im Austausch entdecken wir mehr, als wenn wir mit unseren Gedanken allein bleiben. Wir lassen den Abend in lockerer Runde bei Getränk und Knabberzeug ausklingen.

Termine und Themen:

9.9.„Wer bin ich?“
16.9.„Wer ist Jesus Christus für uns heute?“
23.9.„Wer hält stand?“ (anstelle: Sind wir noch brauchbar?)
30.9.„Gemeinsames Leben“ („Spiritualität“)
7.10.„Nachfolge“

Beginn jeweils um 19 Uhr, Dauer ca. 100 Minuten

Ort

Gemeindehaus von St. Katharinen in Braunschweig (Hagenmarkt)
An der Katharinenkirche 4
38100 Braunschweig
0531 44 66 9
gemeindepflegestiftung@nullkatharinenbraunschweig.de

Gemeindeseminar: Paulus

Vom „Eiferer für Gott“ zum „Botschafter für die Völker“

Unter diesem Titel versuche ich, mein Arbeiten über Paulus in einem kurzen Buch zusammenzufassen. Es soll für eine interessierte nichttheologische Leserschaft verstehbar sein. Dafür brauche ich die Hilfe solcher Menschen. Deshalb dieses Gemeinde-Seminar.

Fragen werden u.a. sein: Wer war Paulus vor der Wende in seinem Leben? In welcher besonderen Tradition stand er als „Eiferer“? Was ist erkennbar, wie seine „Wende“ erfolgte? Warum versteht er sich danach als „Botschafter für die Völker“? In welche Auseinandersetzungen gerät er und wie agiert er in ihnen?

Das historisch genauere Fragen wird auch zu einer Revision der antijüdischen Paulusdeutung Luthers führen.

Klaus Wengst

Termine und Themen
An jedem Abend werden ein kleiner Imbiss und Getränke gereicht. Der Eintritt ist frei. 
Die Textgrundlage für jeden Termin wird rechtzeitig per E-Mail zugeschickt

31. August 17 – 19 Uhr

Vorklärungen
Warum man Martin Luthers Paulus-Auslegung nicht folgen darf
„Vom Saulus zum Paulus werden“ – eine Redeweise, die fehlleitet
Hier die Textgrundlage:

Mo., 14. September 17 – 19 Uhr

„Eiferer um Gott“: Paulus vor seiner Berufung

Mo., 21. September 17 – 19 Uhr

„… durch Seine Gnade berufen“: Die Wende im Leben des Paulus

Mo., 28. September 17 – 19 Uhr

 “Damit ich auf alle Weise etliche rette”: Botschafter des Messias Jesus für die Völker
Wo und wie zuerst nichtjüdische Menschen von der messianischen Botschaft erreicht wurden.
Warum aus den Völkern Hinzukommende als gleichberechtigt anerkannt wurden.

Mo., 12. Oktober 17 – 19 Uhr

“Jede und jeder soll zur eigenen Einsicht stehen.”
Auseinandersetzungen um Beschneidung und Speisevorschriften

Fr., 30. Oktober 18 – 19.30 Uhr

“Sie sind ja doch Israeliten …“.“
Was Paulus über seine nicht an Jesus als Messias glaubenden Landsleute sagt.
Dieser Abschlussabend am Vorabend des Reformationstages wird mit Musik und Empfang einen anderen Ablauf haben


In seinen zahlreichen Forschungen hat Prof. Dr. Klaus Wengst sich seiner Lebensaufgabe gewidmet, judenfeindliche Interpretationen der Bibel zu überwinden. An die Stelle einer verzerrenden, antisemitismusfördernden Auslegung hat er etwas Besseres, Angemesseneres gesetzt und damit auch dem christlich-jüdischen Dialog seit Jahrzehnten wichtige Impulse gegeben. Denn die meisten Schriften des Neuen Testaments sind jüdischen Ursprungs. Sie entfalten den Glauben an den Messias Jesus – auch für Menschen aus der Völkerwelt („Heiden”) – im jüdischen Horizont und aus jüdischen Wurzeln. Um diese immer noch ungewohnte, aber sachgerechte Betrachtungsweise „unters Volk zu bringen”, nimmt sich Klaus Wengst eines seiner wichtigsten Fachbücher noch einmal vor: „Freut euch, ihr Völker, mit Gottes Volk!“ Er plant eine allgemeinverständliche Neufassung des auf die Person des Paulus bezogenen Teils. Dafür bittet er in einem Gemeinde-Seminar um Unterstützung von Interessierten, wie vor gut einem Jahr bei der Veröffentlichung seines jüngsten Buches „Gott im Wort”.

Wir freuen uns auf unverbindliche Anmeldungen und – falls vorhanden – die Mitteilung Ihrer E-Mail-Adresse!