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Aug.
26
Mi.
2026
Mittwochnachmittag
Aug. 26 um 15:00 – 17:00

Israel in Ägypten – Einblicke in die Aufführungs-Geschichte des Oratoriums von Georg Friedrich Händel

Vortrag von Dr. Annette Landgraf (Halle a.d.S.)

(Im Zentrum der musikalisch und kirchlich gerahmten Veranstaltung mit Kaffee und Kuchen steht der etwa 1-stündige Vortrag.)

 

„Israel in Egypt“ zählt heute zu den bedeutendsten Oratorien der Musikgeschichte. Die Rezeptionsgeschichte des Werkes ist bemerkenswert. Über nahezu zweihundert Jahre hinweg wurde es so häufig umgearbeitet, gekürzt, erweitert und den wechselnden ästhetischen, praktischen und politischen Vorstellungen angepasst.

Der Vortrag zeichnet die wechselvolle Geschichte des Umgangs mit diesem Oratoriums von seiner Entstehung im Jahr 1738 bis in die Gegenwart nach. Im Mittelpunkt stehen die unterschiedlichen Entwicklungen in England und Deutschland: Während Israel in Egypt in England zu einem Kernstück monumentaler Händelfestivals mit Tausenden Mitwirkenden wurde und zeitweise sogar Messiah an Popularität übertraf, verlief seine Rezeption in Deutschland unter anderen Voraussetzungen und mit anderen Schwerpunkten.

Anhand zeitgenössischer Berichte, historischer Quellen und verschiedener Bearbeitungen wird deutlich, wie sich Aufführungspraxis und Werkverständnis im Laufe der Jahrhunderte wandelten. Der Vortrag zeigt, weshalb das Oratorium lange Zeit in einer Gestalt bekannt war, die Händel ursprünglich so nie komponiert hatte, und dass die Forschung schließlich zur Wiederherstellung der ursprünglichen Fassung führte.

 

Dr. Annette Landgraf ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Redaktion der Hallischen Händel-Ausgabe, wissenschaftlicher Sekretär der Georg-Friedrich-Händel-Gesellschaft e. V. Internationale Vereinigung, und sie hat die Schriftleitung des Händel-Jahrbuchs. Zusammen mit David Vickers hat sie die Cambridge Handel Encyclopedia herausgegeben und eine Monographie zur Rezeptionsgeschichte von Israel in Egypt publiziert. Sie ist Herausgeberin der Bände Israel in Egypt, Funeral Anthem for Queen Caroline und Esther HWV 50b (in Vorber.) und Mitherausgeberin von Handel in Context mit Helen Coffey (CUP, in Vorber.). Momentan arbeitet sie an der Ausgabe von Judas Maccabaeus.

Sep.
21
Mo.
2026
Werkeinführeung in „Israel in Egypt“
Sep. 21 um 19:30 – 22:30

Die Kantorei öffnet ihre reguläre Probe und lädt mit der Kirchengemeinde St. Katharinen zu einer musikalisch gestalteten Werkeinführung in Georg Friedrich Händels „Israel in Egypt“ ein. Musikwissenschaftlerin Dr. Annette Landgraf wird anhand ausgewählter Beispiele in das monumentale Oratorium einführen, einzelne Teile werden zum Klingen gebracht. Ein Imbiss wird gereicht, Interessierte sind willkommen.

Dr. Annette Landgraf hat folgende Ankündigung zur Verfügung gesellt:

Israel in Egypt – Werkeinführung mit ausgewählten Beispielen im Fokus Mit Israel in Egypt schuf Georg Friedrich Händel im Jahr 1738 eines seiner außergewöhnlichsten Werke. Entstanden in einer Phase großer Experimentierfreude, beschritt der Komponist neue Wege und entwickelte eine Oratorienkonzeption, die sich bewusst von der damals vorherrschenden italienischen Oper abhob. Das dreiteilige geistliche Werk basiert auf biblischen Texten und besteht aus drei Anthems. Händel orientierte sich dabei an Formen der englischen Kirchenmusik sowie an der deutschen Passion. Im Mittelpunkt steht der Chor: Nur selten von Solisten unterbrochen, erzählt er mit eindrucksvoller Klangfülle die Geschichte des Auszugs des Volkes Israel aus Ägypten. Speziell im Exodus fällt Händels Tonmalerei auf. Der Text provozierte diese Art der Vertonung geradezu. In diesem Oratorium gibt es auch auffallend viele Entlehnungen aus Werken anderer Komponisten wie Pachelbel, Erba und Stradella, auch Choräle wurden verarbeitet. Anhand ausgewählter Beispiele werden in dieser Einführung Händels Kompositionstechnik, musikalische Besonderheiten und die enge Verbindung von Text und Musik erläutert. Hörbeispiele aus Aufnahmen sowie Live-Beispiele mit Chor und Klavier machen das Werk anschaulich erlebbar.