Mittwochnachmittag in Katharinen

Sich lebenslang bilden.
Nicht aufhören zu denken.
Kultur genießen.
Den Glauben lebendig halten.
Miteinander reden und singen.
Unterwegs sein.
 
Fast jeden „Mittwochmittag“ bieten die Kirchengemeinden St. Katharinen und St. Magni in einem abwechslungsreichen Programm ein kirchliches Bildungs­angebot an. Kompetente Referenten stellen allgemeinverständlich ihre Themen aus verschiedenen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens vor. Kulturelles und gelegentliche Tagesausflüge runden das Programm ab. Neben einem kurzen Einführungsimpuls und der musikalischen Gestaltung durch Iouri Kriatchko am Flügel ist auch Zeit für Kaffee und Kuchen an den gedeckten Tischgruppen im Großen Saal des Gemeindehauses von St. Katharinen. Die Veranstaltung beginnt um 15 Uhr, die Vortragszeit in der Regel um ca. 15.45 Uhr. Der Eintritt ist frei. Sie sind eingeladen.
 
Veranstaltungsort:
Barrierefreies Gemeindehaus von St. Katharinen (Aufzug und Treppenlift vorhanden)
An der Katharinenkirche 4, 38100 BS
Haltestelle Hagenmarkt für Straßenbahn-Linien 1, 2, 3 und 4.
 
Veranstalter und Kooperationspartner:
Ev.­luth. Pfarramt der Kirchengemeinde St. Katharinen (katharinen.bs.pfa@nulllk-bs.de; 0531 44 66 9)
Ev.­luth. Pfarramt der Kirchengemeinde St. Magni (magni.bs.pfa@lk.­bs.de; 0531 4 68 04 )
Evangelische Erwachsenenbildung Niedersachsen EEB

 

Aug.
26
Mi.
2026
Mittwochnachmittag
Aug. 26 um 15:00 – 17:00

Israel in Ägypten – Einblicke in die Aufführungs-Geschichte des Oratoriums von Georg Friedrich Händel

Vortrag von Dr. Annette Landgraf (Halle a.d.S.)

(Im Zentrum der musikalisch und kirchlich gerahmten Veranstaltung mit Kaffee und Kuchen steht der etwa 1-stündige Vortrag.)

 

„Israel in Egypt“ zählt heute zu den bedeutendsten Oratorien der Musikgeschichte. Die Rezeptionsgeschichte des Werkes ist bemerkenswert. Über nahezu zweihundert Jahre hinweg wurde es so häufig umgearbeitet, gekürzt, erweitert und den wechselnden ästhetischen, praktischen und politischen Vorstellungen angepasst.

Der Vortrag zeichnet die wechselvolle Geschichte des Umgangs mit diesem Oratoriums von seiner Entstehung im Jahr 1738 bis in die Gegenwart nach. Im Mittelpunkt stehen die unterschiedlichen Entwicklungen in England und Deutschland: Während Israel in Egypt in England zu einem Kernstück monumentaler Händelfestivals mit Tausenden Mitwirkenden wurde und zeitweise sogar Messiah an Popularität übertraf, verlief seine Rezeption in Deutschland unter anderen Voraussetzungen und mit anderen Schwerpunkten.

Anhand zeitgenössischer Berichte, historischer Quellen und verschiedener Bearbeitungen wird deutlich, wie sich Aufführungspraxis und Werkverständnis im Laufe der Jahrhunderte wandelten. Der Vortrag zeigt, weshalb das Oratorium lange Zeit in einer Gestalt bekannt war, die Händel ursprünglich so nie komponiert hatte, und dass die Forschung schließlich zur Wiederherstellung der ursprünglichen Fassung führte.

 

Dr. Annette Landgraf ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Redaktion der Hallischen Händel-Ausgabe, wissenschaftlicher Sekretär der Georg-Friedrich-Händel-Gesellschaft e. V. Internationale Vereinigung, und sie hat die Schriftleitung des Händel-Jahrbuchs. Zusammen mit David Vickers hat sie die Cambridge Handel Encyclopedia herausgegeben und eine Monographie zur Rezeptionsgeschichte von Israel in Egypt publiziert. Sie ist Herausgeberin der Bände Israel in Egypt, Funeral Anthem for Queen Caroline und Esther HWV 50b (in Vorber.) und Mitherausgeberin von Handel in Context mit Helen Coffey (CUP, in Vorber.). Momentan arbeitet sie an der Ausgabe von Judas Maccabaeus.