Im Anschluss an die Predigtreihe „Josef und seine Brüder“ und im Rahmen von „Projekt Exodus“
Der Auszug der Kinder Israel aus Ägypten hat eine lange Vorgeschichte. „Tief ist der Brunnen der Vergangenheit“, beginnt Thomas Mann seinen Roman über „Josef und seine Brüder“, und das gilt auch für die Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei. Deshalb haben wir dem „Projekt Exodus“ die großen Geschichten von Josef vorangestellt (1. Mose 37-50).
Di., 6. Oktober: Yosef der Hebräer. Die Geschichte erzählt von den Mühen der Ebene und dem Weg einer Wandlung: Vom Opfer zum Berater, von Intrigen und Missbrauch zur prophetischen Traum-Interpretation
Di., 27. Oktober: Yosef der Ägypter. Befreit und gefordert. Wie Yosef auf dem Höhepunkt seiner Karriere seine Herkunftsfamilie wiederentdeckt, mit dem Tod seines Vaters umgeht und seine eigene Bestattung plant. Ein Mensch, der in die Fremde geht und seine Wurzeln (wieder)findet.
Wir freuen uns auf weitere Lehr-Abende mit Rabbinerin Karen Engel, die im November zur Exodus-Geschichte bei uns stattfinden werden:
3. November 2026 10. November 2026 17. November 2026
Drei Lehrabende im November 2026 – in Kooperation mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit
Händels „Israel in Ägypten konzentriert sich fast ausschließlich auf göttliche Macht und kriegerischen Sieg, – Gott als „Kriegsmann“, der „glorreich triumphiert“. In der jüdischen Interpretation derselben Geschichte aber dominieren andere Themen: Die Befreiung und die damit verbundenen ethischen Verpflichtungen. In drei Abende des Textstudiums und der Diskussion werden wir Händels „Israel in Ägypten“ durch eine jüdische Linse betrachten. Wir werden die Bedeutung und Funktion der Seuchen analysieren, die Rolle des Exodus in der jüdischen Liturgie betrachten, und wir werden diskutieren, wie Händels Interpretation des Exodus sich erheblich von der jüdischen Nacherzählung der Geschichte im Pesach-Seder unterscheidet.
Dienstag, 3. November 2026 um 18.30 Uhr Einer der erfolgreichsten künstlerischen Darstellungen der biblischen Plagen findet man Händels Oratorium Israel in Egypt. Jede der über Ägypten hereinbrechenden Seuchen ist mit einer spielerischen, musikalischen Darstellung bedacht, fast lautmalerisch. Neben künstlerischen Fragen stellen sich auch theologische. Sind die Plagen eine Demonstration von Gottes Macht? Sind sie eine Strafe für die Hartherzigkeit Pharaohs, der die Israeliten immer stärker unterdrückt, anstatt sie ziehen zu lassen? Oder dienen die Plagen tatsächlich dazu, den Israeliten eine Botschaft zu senden? Die Rabbiner haben die Plagen im Laufe der Jahrhunderte auf unterschiedliche Weise verstanden, einige davon werden wir an diesem Abend kennenlernen.
10. November 2026 um 18.30 Uhr Der Exodus ist wohl das zentrale historische Ereignis der jüdischen Liturgie. Er erscheint im täglichen, wöchentlichen und jährlichen Gebet und dient als theologische Grundlage für jüdische Ethik, für Feiertage und Philosophie. An jedem Schabbat und allen jüdischen Festen wird der Auszug aus Ägypten erwähnt und ist der Hauptfokus des Feiertags Pesach. Warum spielt der Exodus eine so wichtige Rolle in der jüdischen Theologie? Welche ethischen Auswirkungen hat das?
24. November 2026 um 18.30 Uhr Obwohl Händels Libretto fast ausschließlich auf biblischen Texten basiert, unterscheidet sich seine Interpretation des Auszugs aus Ägypten erheblich vom jüdischen Verständnis des Exodus. Insbesondere in der liturgischen Nacherzählung der Geschichte in der Pesach-Haggada, werden andere Akzente gesetzt. Die wichtigsten Unterschiede drehen sich um die Rolle Moses und das Schicksal der Ägypter. Nehmen die Zuhörer eine passive oder eine aktive Rolle ein? Was bedeutet die Nacherzählung für Fragen der (jüdischen) Identität und welches Verständnis von Verantwortung kommt zum Tragen?
Rabbinerin Karen Engel, Foto (c) privat
Rabbinerin Karen Engel wurde im Mai 2024 vom Zacharias Frankel College ordiniert und erhielt ihren Master in Jüdischer Theologie von der Universität Potsdam. Vor dem Rabbinatsstudium war sie an vielen Kultur-, Bildungs- und Medienprojekten in Österreich und Europa beteiligt, u.a. war sie Mitbegründerin und Leiterin eines jüdischen Kulturzentrums und einer jüdischen Bildungsorganisation in Graz, Österreich. Sie arbeitete auch viele Jahren als Radioreporterin für den ORF, die Deutsche Welle, das National Public Radio (USA) und andere Medien. Sie hat auch einen B.A. in Geschichte und Internationalen Beziehungen sowie einen Master im Rundfunkjournalismus. Rabbinerin Engel ist Mutter zweier Töchter. Seit 2024 organisiert sie die egalitären Gottesdienste für die Fraenkelufer Synagoge in Berlin und ist in mehreren Bildungsprojekten tätig.
Das Projekt Exodus wird gefördert durch:
Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz
Die Braunschweigische Stiftung
Stiftung Musik-Kultur Braunschweig
Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit
Freundeskreis zur Förderung der Kirchenmusik an St. Katharinen
In einer offenen Probe der Kantorei St. Katharinen wird am Montag, 21. September 2026, ab 19.30 Uhr im Gemeindehaus am Braunschweiger Hagenmarkt eine Werkseinführung zum Oratorium „Israel in Ägypten“ von Georg Friedrich Händel zu erleben sein. Die Hallenser Musikwissenschaftlerin der Universität Halle-Wittenberg Dr. Annette Landgraf, zugleich Wissenschaftliche Sekretärin der Händel-Gesellschaft, wird anhand von Hörbeispielen und in Zusammenarbeit mit der Katharinen-Kantorei in das Werk einführen. Während der viktorianischen Epoche Großbritanniens als früh industrialisierter Kolonialmacht wurden Händels Oratorien als monumentale Massenevents aufgeführt, bei denen „Israel in Ägypten“ zeitweise als das bedeutendste und beliebteste Oratorium galt, noch vor dem „Messias“ desselben Komponisten. Inzwischen ist das Werk selten zu hören, demnächst am 1.11.2026 um 17 Uhr in der Katharinenkirche (Vorverkauf bei www.ticketino.de).
Sonntag, 16.August 2026 um 10.30 Uhr – Beginn einer Gottesdienstreihe
Am Sonntag beginnen wir eine mehrteilige Gottesdienstreihe über die biblische Geschichte „Josef und seine Brüder“. Der Gottesdienst wird mitgestaltet von der Katharinen-Kantorei unter der Leitung von Christine Strubel, die Predigt hält Pfarrer Werner Busch.
Weitere Termine, jeweils um 10.30 Uhr: 23.8. 30.8. „pianon plus“ (popularmusikalische Musik mit Jeanette und Daniel Wilke) 13.9. 27.9. mit Oberkirchenrat i.R. Cornelius Hahn
Damit wird das mehrmonatige „Projekt Exodus“ eröffnet, das am 1. November in einem Oratorien-Konzert u.a. mit Georg Friedrich Händels „Israel in Egypt“ gipfeln wird. „Wir folgen einer großen biblischen Erzählung, die mit ihren wendungsreichen Dramen und immer nur vorläufigen Happy Ends tiefe Spuren in Philosophie, Kunst- und Literaturgeschichte hinterlassen hat und viele Anstöße zu Nachdenken über das Leben in unruhigen Zeiten bietet“, erläutert Katharinenpfarrer Werner Busch das Gesamt-Vorhaben, an dem verschiedene Kooperations- und Förderpartner mitwirken werden.
Im Anschluss an die Gottesdienste wird zum lockeren „Kirchenkaffee“ eingeladen, der Eintritt ist frei.
Darstellung der Träume Josefs im Fenster-Zyklus von Gottfried von Stockhausen (St. Katharinen in Braunschweig)
Sie haben Kenntnisse im Posaunen- oder Trompetenspiel und haben Interesse, bei uns einzusteigen? Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf! Gemeindebüro St. Katharinen, 0531 44 66 9, katharinen.bs.buero@lk-bs.de
Lehr-Abend mit Rabbiner Dr. Walter Rothschild (Berlin) (im Rahmen von „Projekt Exodus“ der Kirchengemeinde St. Katharinen) Yosef der Ägypter. Befreit und gefordert. Wie Yosef auf dem Höhepunkt seiner Karriere seine Herkunftsfamilie wiederentdeckt, mit dem Tod seines Vaters umgeht und seine …
Sie haben Kenntnisse im Posaunen- oder Trompetenspiel und haben Interesse, bei uns einzusteigen? Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf! Gemeindebüro St. Katharinen, 0531 44 66 9, katharinen.bs.buero@lk-bs.de