Dienstag, 19. Mai 2026 um 18 Uhr im Gemeindesaal
Mit „Kirche und Macht“ hat die Synode der EKD im November 2024 für die kommenden Jahre ein aktuelles Schwerpunktthema ausgerufen. Die Aktualität des Themas zeigt sich u.a. auf dem politischen Feld, wo „die autoritäre Versuchung“ (Anne Applebaum) an Bedeutung gewonnen hat. Zudem ist innerkirchlich ein tiefgreifender Umbau der landeskirchlichen Strukturen im Gang, der u.a. eine Umverteilung von Ressourcen- und Lenkungsmacht mit sich bringen soll.
Die Braunschweiger Katharinengemeinde hat die EKD-Anregung aufgegriffen und setzt eine begonnene Veranstaltungsreihe am Dienstag, 19. Mai 2026, mit besonderen Gästen fort.

Prof. Dr. Rapp: (c) Nina Tschavoll Landesbischöfin Dr. Bammel: (c) Klaus G. Kohn Duo Hecker: (c) privat
Prof. Dr. Claudia Rapp, seit 2011 Professorin für Byzantinistik an der Universität Wien, wird mit Ihrem Vortrag „Zwischen Askese und Macht: Bischöfe in der frühen Kirche“ über Kirchenleitung in der Umbruchszeit des spätrömischen Reiches (3.-5. Jahrhundert n.Chr.) sprechen. Zwischen einer Autorität durch persönliche Glaubwürdigkeit und weltlicher Machtausübung, die dem geistlichen Amt ebenfalls zuerkannt wurde, entwickelte sich ein kritisches Spannungsverhältnis. Unter ganz anderen Umständen ist dies auch heute Gegenstand intensiven theologischen Nachdenkens. Nach dem historischen Teil des Abends tritt Landesbischöfin Dr. Christina-Maria Bammel mit einem Impuls zu „Wort- und Wirkmacht zwischen Institution und Inspiration“ in ein Podiumsgespräch über gegenwärtige Kirchenleitung ein.
Im Anschluss laden die Kirchengemeinde und die Gemeindepflege-Stiftung von St. Katharinen zu einem Empfang mit Wasser und Wein ein. Für die musikalische Rahmung des Abends wurde das „Duo Hecker“ gewonnen (Claus-Eduard Hecker: Flügel, Ulrike Hecker: Flöte). Der Eintritt ist frei.
Unsere Referentinnen
Prof. Dr. Claudia Rapp
Claudia Rapp, Jahrgang 1961; Studium in Berlin, Doktorat in Oxford; Professuren in Cornell und UCLA; seit 2011 Professur für Byzantinistik, Universität Wien; seit 2022 Direktorin des Instituts für Mittelalterforschung, Österreichische Akademie der Wissenschaften. Zahlreiche Publikationen zur Sozial- und Kulturgeschichte von Spätantike und Byzanz, häufig unter religiösen Aspekten.
Landesbischöfin Dr. Christina-Maria Bammel
Geboren 1973 in Berlin (Pankow). Studium der Evangelischen Theologie in Marburg und Berlin sowie Religionswissenschaften und Philosophie in den USA. Promotion in Systematischer Theologie. Pfarrerin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), später Oberkonsistorialrätin und von 2019 bis 2026 Pröpstin der EKBO. Seit 1. Mai 2026 Landesbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Braunschweig.












