120 Jahre Dietrich Bonhoeffer

Eine Veranstaltungsreihe der Gemeindepflegestiftung St. Katharinen, mit Kooperationspartnern

Als jemand, der für seine Überzeugungen mit dem Leben eintrat, ist Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) seit inzwischen 8 Jahrzehnten für viele Menschen zur Inspiration und zum Vorbild geworden. Aktuell und Generationen übergreifend wie seine Wirkung will auch diese Veranstaltungsreihe sein. Neuere Vereinnahmungen Bonhoeffers von rechtsextremistischen Kreisen mahnen, zugleich prüfend hinzuschauen. Anlässlich des 120. Geburtsjahres Bonhoeffers richtet sich diese Reihe an Menschen unterschiedlichen Alters und greift drängende Fragestellungen unserer Zeit auf. Auch die Referierenden gehören unterschiedlichen Forschergenerationen an und haben i.d.R. erst vor kurzem über den berühmten Theologen publiziert. Im Zentrum der jeweils gut 2-stündigen Veranstaltungen steht ein ausführlicher Vortrag mit der Möglichkeit für Nachfragen und Austausch. 

Den Abschluss bildet jeweils eine Besinnung mit Texten und Gebeten von Dietrich Bonhoeffer. Zwischendurch wird ein kleiner Imbiss gereicht. Erstmals tritt hiermit die Gemeindepflegestiftung St. Katharinen als Veranstalterin auf und initiiert diese besondere Reihe als Kooperation zwischen Studierendengemeinde (esg) und Kirchengemeinde, gefördert durch die Evangelische Erwachsenenbildung und die Stiftung Agathon. Der Eintritt ist frei, eine Spende willkommen.

Folgende Termine sind geplant. Nähere Ankündigungen folgen.

Mi., 27. Mai um 17 Uhr
Black Lives matter. Bonhoeffer in New York (1930-31).
Hellmut Schlingensiepen

Mi., 3. Juni um 17 Uhr
Stationen einer mystischen Biographie.
Prof. Dr. Peter Zimmerling

Mi., 10. Juni um 17 Uhr
Deep Fake und „Die Wahrheit sagen“.
Prof. Dr. Florian Höhne

Di., 16. Juni um 16 Uhr
Schreien! Bonhoeffer und die Juden.
Dr. Jutta Koslowski
[Im Rahmen der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Niedersachsen-Ost. Anderer Ablauf.]

Mi., 17. Juni um 17 Uhr
[Noch in Planung]

24. Juni um 17 Uhr?
Versuchung hinter Gittern. Bonhoeffers theologische Krise.
Prof. Dr. Ralf Frisch

Hagenbrief für Weihnachten 2025 und danach

In der Woche nach dem 1. Advent 2025 können wir Ihnen nun unseren neuen Hagenbrief präsentieren.

Gedruckt zum Mitnehmem wird er in Kürze bei uns ausliegen.

Hier können Sie ihn als Download schon jetzt lesen.

Anregende Lektüre!
Ihr Redaktionsteam

„Joseph und seine Brüder“

Biblischer Mythos im Exil. Vortrag und Gespräch mit Prof. Dr. Julia Schöll (TU Braunschweig). Eine Veranstaltung der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Nds.-Ost am Dienstag, 11. November 2025 von 16.00 – 18 Uhr im Großen Saal.

Begonnen 1926 in München, fortgesetzt erst im Schweizer, dann im US-amerikanischen Exil, ist Thomas Manns Tetralogie „Joseph und seine Brüder“ ein Roman seiner Zeit – und zugleich das zeitübergreifendste, ja zeitloseste seiner Werke. Thomas Mann schreibt darin die Josephserzählung des Alten Testaments neu, indem er diese Geschichte als eine Menschheitsgeschichte erzählt, die weit über die Grenzen der jüdischen und christlichen Kulturgeschichte hinausweist. Zugleich gelingt Thomas Mann das Kunststück, diesen Text auch auf die eigene Gegenwart zu beziehen: auf den Nationalsozialismus, der ihn aus der Heimat vertrieben hat, und auf die USA und Präsident Roosevelt, auf den Thomas Mann große Hoffnung im Kampf gegen das NS-Regime setzt. Wie Mythos, Religion und Politik in diesem Romanwerk zusammengehen, soll im Gespräch erörtert werden.

Prof. Dr. Julia Schöll (c) TU Braunschweig

Vom Wehrdienstverweigerer zum Bischof

27. November 2024 von 15-17 Uhr. Axel Noack im Gespräch mit Bettina Röder.

Axel Noack ist Pfarrer mit einem untrüglichen Gespür für die Nöte der Menschen, Bischof mit Bodenhaftung und wichtiger Wegbereiter der Friedlichen Revolution von 1989. Als Pazifist, streitbarer Theologe, Zeithistoriker hat er von sich reden gemacht. Als „fromm und links“ hat er sich selbst einmal bezeichnet. Ein Ruf, der den Magdeburger Bischof auch in den Leitungen des DDR-Kirchenbundes und der EKD begleitete. 35 Jahre nach der Friedlichen Revolution und dem Fall der Berliner Mauer schaut im Gespräch mit der Autorin seiner „Biographie eines frohgemuten Protestanten“, der Journalistin Bettina Röder, auf seinen Lebens- und Berufsweg erzählen und mit einem pointierten Blick auch auf unsere Gegenwart.

Altbischof Prof. Dr. Axel Noack (Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg) und Bettina Röder (freie Journalistin in Berlin, u.a. für „publik forum“ tätig).

Bildquelle: https://www.theologie.uni-halle.de/kg/noack/

Bild im Titelslider: (c) Martin Luther Universität Halle/Wittenberg

Wie wurde Sophie Scholl zur Heldin?

Mittwoch, 29. November 2023 von 15 – 17 Uhr
Vortrag (Dr. Robert Zoske) mit Musik, Kaffee und Kuchen im Rahmen von „Mittwochmittag an St. Katharinen“

Die laufende Themenreihe „Gedankengänge und Lebenswege“ in St. Katharinen über Biographien bekannter Persönlichkeiten wird am kommenden Mittwoch 29.11. um 15 Uhr mit einem Vortrag über Sophie Scholl im Gemeindesaal am Braunschweiger Hagenmarkt fortgesetzt. „Ich bin nach wie vor der Meinung, das Beste getan zu haben, was ich gerade jetzt für mein Volk tun konnte“, sagte die damals 21-Jährige nach ihrer Verhaftung und kurz vor Ihrer Ermordung im Februar 1943 laut Protokoll der Geheimen Staatspolizei. Der Referent des Nachmittags Dr. Robert Zoske (Hamburg) hat seit 2018 nach intensiver Quellenforschung mehrere Publikationen zu den Mitgliedern der Weißen Rose vorgelegt, einem kleinen Widerstandskreis Junger Erwachsener, die damals mit Flugschriften öffentlich das Wort gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft erhoben. Für sein einfühlsames und in manchem überraschendes Portrait konnte er auch bis vor kurzem unveröffentlichte Dokumente heranziehen. Zoske geht u.a. der Frage nach: Was musste geschehen, damit aus einem begeisterten Hitlermädchen eine entschlossene Widerstandskämpferin wurde? Die musikalisch gerahmte Veranstaltung wird von der Braunschweiger Magnigemeinde mitverantwortet, von der Ev. Erwachsenenbildung (EEB Niedersachsen) gefördert und steht allen Interessierten offen. Kaffee und Kuchen werden gereicht. Der Eintritt ist frei.

Portraet Robert Zoske