Berührung – eine kritische Zone

„Piano plus“
Gottesdienst am Donnerstag, 3. September 2020
18 Uhr

In Zeiten der geforderten „physischen Distanz“ geht es am kommenden Donnerstag in St. Katharinen um Berührung. Die innovative Gottesdienstreihe „Piano plus“ wird nach einer Ferienpause am 3.9. mit diesem aktuellen Thema fortgesetzt, Beginn 18 Uhr. Pfarrer Helmut Aßmann aus Hildesheim wird über die „kritische Zone“ zwischen innerem Angesprochensein und Übergriffigkeit reden. „Menschen reagieren in der Regel erst, wenn sie durch einen Vorfall, ein Ereignis direkt betroffen werden. Davor liegt Kenntnisnahme, Empörung, Begeisterung, aber meist ohne Konsequenzen.“ Er wird u.a. der Frage nachgehen, was notwendige Berührung und Betroffensein von unzulässigen Übergriffen unterscheidet. „Auch in der Religion eine notwendige Frage“, ergänzt der ehemalige Hildesheimer Superintendent. Aßmann ist ein Grenzgänger zwischen Glaube und Wissenschaft, Kirche und Gesellschaft. Nach seinem Studium der Meteorologie und einer ersten beruflichen Station am Max-Planck-Institut in Hamburg wechselte er nach eigenen Worten „von der Physik zur Metaphysik“ und studierte ev. Theologie. Nach Gemeindedienst und Militärseelsorge übernahm der gebürtige Hamburger die Leitung des Kirchenkreises Hildesheim (Superintendent) und arbeitet inzwischen seit 4 Jahren als Leiter für Aus-, Fort- und Weiterbildung der Theologen im Kirchenamt der Hannoverschen Landeskirche. Sein Motto: „Wenn’s nicht ums Leben und die Theologie geht, dann ums Radfahren, Karneval und Doppelkopf.“ Der Gottesdienst wird von Daniel Wilke und Jean Remmler musikalisch mitgestaltet. Die Moderation hat Werner Busch, ein Hygienekonzept wird beachtet und der Eintritt ist frei.

Oberkirchenrat Helmut Aßmann, Hildesheim

„Piano plus“ – was ist das?

Zur Zeit ist vieles anders.
Wir meinen: Wenn schon anders, dann richtig.

Als das coronabedingte Versammlungsverbot gelockert wurde, haben wir eine neue Art Gottesdienste in unserer Gemeinde begonnen. Ein Experiment, das aus dieser besonderen Lage geboren wurde. Wir wolln Gelegenheit geben, Musik zu erleben. Getreu dem Motto: „live is life“.

Jeanette Finke, Daniel Wilke

Die Kirche ist anders. Der Glasaltar ist in das Mittelschiff gerückt. Bänke sind umgestellt worden. Von allen ca. 70 Sitzplätzen aus herrscht gute Sicht zum Tisch des Herrn. Das Provisorium hat seinen eigenen Zauber. Wir haben die Tonanlage aufgerüstet und die Klangqualität für Popularmusikalisches verbessert.

„Piano plus“: Inzwischen jeden zweiten Donnerstag. Eine Verschnaufpause im Wochenlauf. Die immer noch provisorische Gesamtlage schlaucht. In unseren Gottesdiensten – auch „Orgel plus“ am Sonntag um 10.30 Uhr – suchen wir kleine Erholungen. Dem Hunger nach Kultur, Zusammenkommen und Anregung bieten wir Musik und Nachdenklichkeit, pointierte Bibel-Auslegung und Gebet.

St. Katharinen im Mai 2020

Musik und Talk am Tisch des Herrn: Geplant ist, für die Mehrzahl der Termine von „Piano plus“ einen Gesprächspartner / eine Gesprächspartnerin einzuladen. Die Form eines Tischgespräches am Altar spielt auf Jesus an. Neben Predigt und Therapie war auch das Gespräch SEIN Element. Er ließ sich zu Gastmählern einladen und führte Streitgespräche. Vertrauliche Unterredungen (Jh 3, Jh 4 u.a. ) gehören zu den schönsten Texten. Das Gespräch von Mensch zu Mensch ist Teil dieser Gottesdienste.

Termine:
Do., 04. Juni 2020: „Mit lädiertem Namen leben“
Do., 18. Juni 2020
Do., 02. Juli 2020

Schwimmende Sicherheit

Am kommenden Mittwoch, 27. Mai 2020, dreht sich bei uns alles um das Thema „schwimmende Sicherheit“. Es gibt keine festen Sicherheiten im Leben. Die Arche Noah hingegen ist das Urbild für eine bewegliche, provisorische Geborgenheit und damit viel realistischer und lebensnäher als die verbreiteten Absicherungs-Phantasien.

Darüber wird Werner Busch in unserer neuen experimentellen Gottesdienstform „Piano plus“ mit Hanne Pfohl sprechen, die ihm durch die Zusammenarbeit mit dem diakonischen Tagestreff Iglu bekannt ist. Die Musik wird von dem Duo „Barakat“ (Joanne Burgdorff und Sean Remmler) u.a. mit Eigenkompositionen gestaltet. Für die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln werden Vorbereitungen getroffen.

Gottesdienst für „Nachtrauernde“

Sonntag, 24. Mai 2020 um 10.30 Uhr
„Tröstet, tröstet mein Volk!“

Pieta in St. Katharinen

„Dass in den zurückliegenden zwei Monaten viele Menschen nicht an Trauerfeiern von Verwandten oder Freunden teilnehmen durften, dürfen wir jetzt, wo es wieder möglich ist, nicht schweigend übergehen“, kündigt Pfarrer Werner Busch einen Gottesdienst am 24. Mai in St. Katharinen (Hagenmarkt) an. Etwa 10 Wochen lang haben die staatlichen Regelungen zur Pandemie-Bekämpfung den letzten Abschied nur im kleinen Kreis und unter teilweise sehr provisorischen Bedingungen erlaubt. Die Kirchengemeinde am Hagenmarkt wendet sich nun an Menschen, die von diesen Bestimmungen betroffen gewesen sind. An diesem Sonntag besteht für „Nachtrauernde“, die nicht oder nur sehr unvollkommen von ihren Toten Abschied nehmen konnten, die Gelegenheit, ihrer in einem Gottesdienst zu gedenken. „Eine öffentliche Namens-Nennung der Toten ist nach vorausgehender Mitteilung möglich“, bietet Busch an. Aber auch für stilles Gedenken ist Raum in diesem besonderen musikalischen Gottesdienst. Mit Arien aus dem Oratorium „Der Messias“ von Georg Friedrich Händel und Chorälen von Johann Sebastian Bach werden Nachdenklichkeit und Trost zum Klingen gebracht. „Eine musikalische Oase zum Innehalten und getröstetem Erinnern an die Toten.“ Sophie Westendorf (Sopran) und Martin Kohlmann (Orgel) gestalten die Musik, die Predigt hält Pfarrer Werner Busch. Bei Wunsch der Namensnennung bittet die Gemeinde um telefonische Kontaktaufnahme (0531 44 66 9) oder eine E-Mail an das Gemeindebüro katharinen.bs.pfa@nulllk-bs.de .

Mitwirkende:
Sophie Westendorf (Sopran)
Martin Kohlmann (Orgel)
Dietlind Gutacker (Lesung)
Werner Busch (Predigt)